Wie finde ich den richtigen Webentwickler? Checkliste für Unternehmer 2026
Du brauchst eine neue Website oder willst die alte überarbeiten lassen. Bleibt die schwierigste Frage: Wem vertraust du dein Projekt an? Die Auswahl ist riesig. Agenturen, Freelancer, Baukasten-Anbieter, Plattformen wie Fiverr, und jeder verspricht das Blaue vom Himmel.
Ich habe mit vielen Unternehmern gesprochen, die dabei schon einmal auf die Nase gefallen sind. Die teuren Fehler passieren fast alle vorher, bei der Auswahl. Darum hier eine Checkliste.
Was du vorher selbst klären musst
Bevor du den ersten Entwickler ansprichst, musst du zwei Sachen wissen: Was willst du erreichen und was kostet es dich, wenn es nicht funktioniert. Klingt banal. Trotzdem fangen die meisten Anfragen bei mir mit "Ich brauche halt eine Website" an. Das ist zu wenig.
Frag dich konkret: Soll die Website neue Kunden bringen? Bestehende informieren? Ein Produkt verkaufen? Termine annehmen? Ohne diese Antwort bekommst du eine hübsche Seite, die nichts einbringt. Mehr dazu im Artikel zum Website-Briefing mit Vorlage.
Agentur, Freelancer oder Baukasten: die ehrliche Einordnung
Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace)
Funktioniert für dich, wenn du unter 50€/Monat ausgeben willst und ein Standardprojekt hast: einfache Visitenkarte, kleiner Blog, lokaler Verein. Du bist selbst der Macher. Vorteil: günstig im Start. Nachteil: Du bezahlst monatlich für immer, hast schlechtere Ladezeiten und bist im Design eingeschränkt. SEO ist bei den meisten Baukästen mittelmäßig.
Freelancer
Für die meisten kleinen Betriebe die beste Option. Du redest direkt mit dem, der baut. Kurze Wege, feste Preise, keine 20-seitige Pitch-Präsentation. Nachteil: Ein Freelancer kann nur eine begrenzte Zahl Projekte gleichzeitig stemmen und hat kein Backoffice, das einspringt.
Agentur
Sinnvoll ab einem Budget von rund 15.000€ und bei großen Projekten: Konzern-Website, Shop mit ERP-Anbindung, Markenrelaunch. Du bezahlst die Struktur mit, also Projektmanager, Designer, Entwickler, Texter. Dafür fällt niemand ersatzlos aus. Der Preis und die Entscheidungswege sind die Kehrseite. Ausführlicher Vergleich: Webentwickler, Agentur oder Baukasten?
Die 8 Fragen die du jedem Anbieter stellen solltest
1. Kann ich vor der Bezahlung etwas Konkretes sehen?
Seriöse Entwickler zeigen dir eine Demo, einen Entwurf oder mindestens vergleichbare Projekte. Wer "wir besprechen das im Workshop für 1.500€" sagt, will dich an sich binden, bevor du weißt, was du bekommst.
2. Was ist im Festpreis enthalten, was nicht?
Lass dir schriftlich aufschreiben: Wie viele Seiten? Wie viele Korrekturschleifen? Sind Texte dabei oder lieferst du sie? Wird die Seite gehostet? Wer kümmert sich um die Domain? Diese Details entscheiden, ob "ab 500€" am Ende 500€ oder 5.000€ kostet.
3. Wie lange dauert das Projekt?
Eine Standard-Website sollte in 5-14 Tagen fertig sein (ich liefere sie innerhalb von 3 Tagen). Ein Online-Shop in 3-4 Wochen. Wenn jemand "3 Monate" für eine einfache Website sagt, hat er zu viele Projekte. Mehr Details findest du im Artikel Wie lange dauert eine Website?.
4. Wer macht die Arbeit wirklich?
Bei Agenturen wichtig: Spricht der Geschäftsführer im Pitch, aber programmiert ein Praktikant? Bei internationalen Plattformen: Sitzt der Entwickler in derselben Zeitzone? Sprache, Erreichbarkeit und Erfahrungslevel entscheiden über Qualität.
5. Bekomme ich Zugriff auf den Quellcode?
Diese Frage stellt fast niemand, und sie ist die wichtigste. Manche Anbieter geben dir nur Zugang zu einem geschlossenen System, aus dem du nichts mitnehmen kannst. Dann sitzt du fest. Gute Entwickler übergeben dir Code, Domain und Logins.
6. Was passiert nach dem Launch?
Updates, Sicherheit, kleine Änderungen: Das ist nach Launch nicht weg. Frag, was monatliche Wartung kostet (realistisch: 0€ bei statischen Seiten, 30-100€ bei dynamischen Anwendungen). Frag auch, was eine spätere Erweiterung kosten würde.
7. Hast du Referenzen aus meiner Branche?
Nicht zwingend nötig, aber hilfreich. Wer schon drei Handwerker-Websites gebaut hat, etwa für Betriebe in Oberhausen oder Bottrop, weiß, worauf Kunden dort klicken. Die Referenzen sollten live erreichbar sein. Tote Links sind ein schlechtes Zeichen.
8. Kann ich nach Launch jederzeit selbst Texte ändern?
Bei kleinen Websites nicht immer nötig: Wenn die Texte einmal stehen, ändern sie sich selten. Aber wenn du regelmäßig Inhalte pflegen willst (Blog, neue Angebote, Team-Seite), brauchst du ein einfaches CMS oder einen Bearbeitungs-Modus. Frag explizit danach.
Bonus-Frage: Was passiert, wenn ich nicht zufrieden bin? Seriöse Anbieter haben eine klare Antwort: Geld-zurück-Garantie, Nachbesserung im Festpreis, oder sie zeigen vor Bezahlung schon so viel, dass du nicht "die Katze im Sack" kaufst. Wer ausweicht: Vorsicht.
Red Flags: wann du die Finger weglassen solltest
Red Flag #1: "Das besprechen wir später", bei Preis, Umfang oder Timing. Wer vor Vertragsabschluss nicht klar kommuniziert, kommuniziert auch danach nicht klar.
Red Flag #2: 50% oder mehr Vorkasse bei größeren Projekten, ohne dass du einen Zwischenstand gesehen hast. Bei Kleinprojekten unter 1.000€ ist 50/50 üblich und fair. 100% vorab niemals.
Red Flag #3: Die eigene Website des Anbieters ist langsam, hässlich oder nicht mobil-optimiert. Wenn der Schuster keine Schuhe hat, ist Vorsicht geboten.
Red Flag #4: Keine Telefonnummer, keine Adresse im Impressum, nur ein Kontaktformular. Bei deutschen Anbietern ein klares Warnzeichen.
Red Flag #5: "Ich nutze Wordpress mit 30 Plugins". Kann ok sein, kann aber auch heißen: langsam, hackbar, Wartungs-Hölle.
Red Flag #6: Versprechen wie "Platz 1 bei Google in 2 Wochen". SEO ist langfristige Arbeit. Wer sowas verspricht, lügt.
Wie du das richtige Erstgespräch führst
Wenn du einen Anbieter kontaktierst, mach das nicht per Massenmail. Schreib einen kurzen, klaren Text:
- Wer du bist (Branche, Größe)
- Was du brauchst (Website-Typ, Funktionen)
- Budget-Rahmen (auch wenn ungefähr)
- Timing (wann soll die Seite live sein)
- Eine konkrete Frage
Die Antwortzeit ist schon ein erstes Qualitätsmerkmal. Wer auf eine ernsthafte Anfrage nicht innerhalb von 48 Stunden antwortet, ist entweder überlastet oder nicht interessiert. Beides ist für dich schlecht.
Preis ist nicht alles, aber Preis ist viel
Manche nehmen einfach den günstigsten Anbieter. Andere den teuersten, weil "teuer = gut". Beides ist Quatsch. Eine Standard-Website kostet beim Freelancer 149-800€, ein Online-Shop 600-2.500€, eine individuelle Web-App ab 399€, je nach Umfang deutlich mehr. Wer mehr verlangt, muss dir sagen können, wofür.
Alle Preise im Detail: Was kostet eine Website?
Mein Tipp: das 3-Anbieter-Prinzip
Hol dir Angebote von drei Anbietern. Einen sehr günstigen (Baukasten / Junior-Freelancer), einen mittleren (erfahrener Freelancer), einen teuren (Agentur). Dann siehst du Preisspanne und Leistungsumfang im Vergleich. Du erkennst auch, welcher Anbieter wirklich auf deine Anfrage eingeht und wer dir nur einen Standard-Pitch schickt.
Schick allen dasselbe Briefing. Wer mehr Infos bekommt, schreibt automatisch das bessere Angebot, und du vergleichst Äpfel mit Birnen. Fertige Vorlage: Website-Briefing erstellen.
Was du bei der Auswertung der Angebote vergleichen solltest
Drei Angebote auf dem Tisch. Jetzt kommt der Vergleich. Schau nicht nur auf die Endsumme. Vergleiche:
- Reaktionsgeschwindigkeit: Wer hat innerhalb 24 Stunden geantwortet? Wer hat 5 Tage gebraucht? Wer gar nicht?
- Verständnis für dein Anliegen: Hat der Anbieter dein Briefing wirklich gelesen? Oder schreibt er Standardtexte, die er an alle schickt?
- Konkretheit: Steht im Angebot "Wir erstellen Ihnen eine moderne, professionelle Website" oder "10 Unterseiten, 3 Korrekturschleifen, Launch in 14 Werktagen"?
- Festpreis oder Stundenschätzung: Der Festpreis ist für dich planbar. Eine Stundenschätzung kann ausufern.
- Ausstiegsklauseln: Was passiert, wenn du im laufenden Projekt aussteigen willst? Gute Verträge regeln das fair.
- Eigentumsrechte: Wem gehört der Code nach Launch? Wem gehört das Design? Wem die Domain?
Wie du dich vor schlechten Erfahrungen schützt
Auch nach gutem Auswahlprozess kann was schiefgehen. Diese Schutz-Mechanismen helfen:
Anzahlung-Begrenzung
Bezahl nie mehr als 30% im Voraus. Branchen-Standard ist: Drittel bei Auftragserteilung, Drittel beim Design-Freigabe, Drittel bei Launch. Bei Festpreis-Projekten unter 1.000€ kannst du auch 50/50 machen. Aber: niemals 100% vorab.
Schriftliche Leistungsbeschreibung
Was nicht im Angebot steht, gibt es nicht. Eine WhatsApp-Zusage "Klar, das machen wir auch" reicht nicht. Besteh auf einem schriftlichen Angebot mit Leistungsumfang, sonst gibt es später Streit über "war das jetzt drin oder nicht".
Vertraglich abgesicherte Zugänge
Nach Launch sollst du alle Zugänge bekommen: Hosting-Konto, Domain-Verwaltung, Datenbank-Zugriff, Source-Code (per GitHub-Repository oder ZIP). Wer das nicht herausgeben will, hält dich als Geisel.
Geduld bei kleinen Schwierigkeiten
Kein Projekt läuft komplett glatt. Ein guter Anbieter sagt Bescheid, wenn es hakt: ein Bug, eine verspätete Lieferung, eine zickige Schnittstelle. Wenn du dann gleich in Panik verfällst, wird es für alle anstrengend. Achte lieber auf Wiederholungen. Einmal stolpern ist menschlich, dreimal ist ein Muster.
Sonderfall: Wenn du eine bestehende Website hast
Du hast schon eine Website, die aber nicht mehr taugt. Drei Optionen:
- Relaunch von Grund auf: Neue Seite, alle Inhalte werden überarbeitet, alte Struktur wird verbessert. Aufwand höher, Ergebnis am besten.
- Redesign auf bestehender Basis: Layout neu, Inhalte bleiben, Technik bleibt teilweise. Günstiger, aber begrenzte Verbesserung.
- Punktuelle Optimierung: Nur Ladezeit verbessern, oder nur das Kontaktformular neu, oder nur Mobile-Ansicht. Für sehr kleine Budgets.
Bei Relaunches ist wichtig: SEO-Umzug. Wenn du auf eine neue Seite migrierst, dürfen deine bestehenden Google-Rankings nicht verschwinden (wie Rankings überhaupt entstehen, erklärt der Artikel Website sichtbarer machen). Das geht über 301-Redirects der alten URLs auf neue, Sitemap-Übergabe, sauberes URL-Schema. Frag den Anbieter explizit, ob er weiß, was das ist. Wenn er stutzt, hast du ein Problem.
Was nach dem Launch passiert
Eine Website ist nicht "fertig und nie wieder anfassen". Was du wissen musst:
- Sicherheits-Updates: Bei dynamischen Systemen (Wordpress, Shop-Software) regelmäßig nötig. Bei statischen Seiten meist nicht.
- Inhalts-Pflege: Wer schreibt neue Blog-Artikel, fügt neue Projekte hinzu, aktualisiert Preise? Du oder Entwickler?
- Performance-Monitoring: Geschwindigkeit überwachen, Ausfälle erkennen. Kostet 0-20€/Monat mit Tools wie UptimeRobot.
- Backups: Mindestens wöchentlich automatisch. Im Hosting meist enthalten, aber prüf das.
- Analytics auswerten: Was funktioniert auf der Seite, was nicht. Daraus lernst du für Verbesserungen.
Klär vorher, was im Festpreis enthalten ist und was monatlich kostet. Es gibt zwei Modelle: Wartungspauschale (z.B. 30€/Monat alles drin) oder Stundensatz on-demand (du zahlst nur, wenn etwas nötig ist).
Fazit
Den richtigen Webentwickler findest du nicht über Werbung und nicht über Bauchgefühl. Du findest ihn, indem du klare Fragen stellst und auf konkrete Antworten bestehst. Wer dir vorher nicht sagen kann, was etwas kostet und wie lange es dauert, wird auch im Projekt nicht klarer. Wer dir schon vor der ersten Rechnung zeigt, wie deine Seite aussehen wird, mit dem kannst du arbeiten. Sitzt du im Ruhrgebiet und willst den kurzen Draht: mein Angebot für Webdesign in Oberhausen.
Noch unschlüssig zwischen Baukasten, Freelancer und Agentur? Dann hilft dir der Vergleich: Webentwickler, Agentur oder Baukasten?
Direkter Kontakt, klarer Festpreis
Du siehst eine Vorschau deiner Website, bevor du irgendwas bezahlst. Fester Preis, keine Versteckspiele.
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